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Influenzaforscherin am HPI erhält Humboldt-Stipendium
17. August 2011Patricia Resa Infante erhält ein zweijähriges Humboldt-Stipendium, um am Heinrich-Pette-Institut an Influenzaviren zu forschen. Sie wird modernste Methoden der Nanotechnologie und der Bildgebung anwenden, um den Eintritt verschiedener Influenza A-Virusstämme in den lebenden Organismus studieren zu können. Die spanische Wissenschaftlerin überzeugte mit einem Projekt, in dem sie die Expertise der Nachwuchsgruppe „Influenza-Pathogenese“ und die Technologieerfahrung der Forschungsgruppe „Elektronenmikroskopie und Mikrotechnologie“ am HPI vernetzt.
„Wir vermuten, dass verschiedene Influenza A-Virusstämme sehr unterschiedliche Zelltypen oder Zellverbände in den oberen und unteren Atemwegen infizieren. Das hängt einerseits von ihren Oberflächenproteinen, den Hämagglutininen und Neuraminidasen, ab, aber zusätzlich auch von weiteren Faktoren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen. Wir nennen sie Virulenzfaktoren. Diese Zusammenhänge interessieren uns. Besonders interessiert uns dabei das pandemische H1N1 Virus der Grippewelle aus dem Jahr 2009.“, beschreibt Patricia Infante Resa ihr Projekt. Hierfür wird sie unterschiedlich pathogene Influenza-Virusstämme mit Nanopartikeln markieren und damit bestimmte Mausstämme infizieren. Die Fragestellung lautet: Infizieren Influenza A-Viren andere Gewebe und Zellen der oberen oder unteren Atemwege, wenn definierte Virulenzfaktoren durch Mutationen verändert sind.

Funktionalisierte Nanopartikel: Lipidvesikel (li), Virus (re); Bild: M. Holthaus (HPI)
Bisherige Versuche, intakte Influenza-Viren mit fluoreszierenden Farbmolekülen zu markieren, führten wegen der Komplexität und Größe der Marker häufig zu einem Funktionsverlust einzelner Virusbestandteile. Das wiederum kann den gesamten Infektionsverlauf beeinflussen. Funktionalisierte Nanopartikel bieten eine elegante Lösung für dieses Problem. Denn diese Quantum Dots, sind sehr lichtstabil, chemisch resistent und deutlich heller als herkömmliche Fluoreszenzmarker und lassen sich punktgenau an bestimmte Proteinstrukturen anbauen. Die Forschungsgruppe „Elektronenmikroskopie“ am HPI konnte mit Lipidvesikeln bereits zeigen, dass sich funktionalisierte Nanopartikel für die hochauflösende Licht- und Elektronenmikroskopie eignen. Da die Hülle von Influenzaviren ebenfalls Lipidbestandteile aus der Zellmembran enthält, lässt sich die Technik gut auf Viren übertragen. So markiert, sollen die Influenza A Viren im intakten Gewebeverband sowohl im hochauflösenden Lichtmikroskop als auch im Elektronenmikroskop oder in der Ganzkörpercomputertomographie auf ihrem Infektionsweg durch den Körper verfolgt werden.
Zur Preisträgerin:
Dr. Patricia Infante Resa hat nach ihrem Studium der Biowissenschaften an der Universität Madrid (Spanien) am National Center of Biotechnology ihre Doktorarbeit zum Thema „A structural and functional analysis of influenza virus polymerase“ abgeschlossen. Sie ist seit Februar 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nachwuchsgruppe „Influenza Pathogenese“ am Heinrich-Pette-Institut, die durch Dr. Gülsah Gabriel geleitet wird. Am HPI beschäftigt sie sich auch mit der Rolle von Importinen bei der Influenza A Virusinfektion.
Zum Stipendium:
Überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland, die am Anfang Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen und Ihre Promotion vor nicht mehr als vier Jahren abgeschlossen haben, können sich um ein Humboldt-Stipendium bei der Alexander von Humboldt-Stiftung bewerben. Mit dem Humboldt-Forschungsstipendium für Postdoktoranden haben Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, ein selbst gewähltes, langfristiges Forschungsvorhaben (6-24 Monate) in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchzuführen.





