Das HPI verabschiedet Dr. Jürgen Löhler
17. März 2006Die Kolleginnen und Kollegen des Heinrich-Pette-Institutes (HPI) gratulieren Herrn Dr. Jürgen Löhler zum Ruhestand und danken ihm herzlich für seine langjährige engagierte Arbeit am Institut. Am Freitag, den 24. März 2006 wird Dr. Löhler um 11 Uhr im Seminarraum des HPI feierlich verabschiedet.
Jürgen Löhler war seit 1969 am HPI beschäftigt und prägte das Institut in den letzten Jahrzehnten entscheidend mit. Im Jahr 1969 befand sich das HPI im Umbruch. Ausgehend von einer durch das Forscherehepaar Heinrich und Edith Pette geleiteten Gründerära des Institutes, wurde das HPI Anfang der 70er Jahre zu einem in Abteilungen gegliederten Forschungsinstitut umstrukturiert.
Löhler: Es waren sehr turbulente und aufregende Jahre, während derer das Bestreben als selbständiges Institut zu überleben, genauso viel Zeit und Kraft in Anspruch nahm wie die eigentliche, für mich ganz neue, wissenschaftliche Tätigkeit.
Jürgen Löhler hatte zuvor an den Universitäten Kiel und Freiburg Medizin studiert und war nach seiner Zeit als Medizinalassistent eher zufällig ans HPI zu Prof. H. J. Colmant gekommen. Sein Schwerpunkt lag in den ersten Jahren in der klinischen Neuropathologie und im Aufbau eines Labors für experimentelle Histopathologie am HPI.
Jürgen Löhler war damals an der Begründung des Kollegiums beteiligt und initiierte die Einsetzung eines Betriebsrates am Institut. Engagiert brachte er sich in die verschiedenen Aufgabenfelder ein, die er am HPI neben seiner Wissenschaftlertätigkeit betreute. So war Jürgen Löhler zeitweilig Beauftragter des Tierstalls, Biologischer Sicherheitsbeauftragter und über 25 Jahre für die Bibliothek des HPI verantwortlich.
Die prägende Persönlichkeit für seine wissenschaftliche Tätigkeit war Prof. Lehmann-Grube.
Löhler: "Durch die langjährige und intensive Zusammenarbeit mit ihm habe ich überhaupt erst die Prinzipien wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens gelernt... Wenn ich einen akademischen Lehrer nennen sollte, dann ihn."
Jürgen Löhler leitete ab 1982 die Arbeitsgruppe Histopathologie und ab 1992, gemeinsam mit Prof. Klaus Harbers, die "Arbeitsgruppe für Molekulare Pathologie". Er beschäftigte sich mit immunpathologischen Mechanismen bei Viruserkrankungen und der Phänotypanalyse gentechnologisch induzierter Mausmutanten. In diese Zeit fällt seine Mitarbeit an mehreren wegweisenden Publikationen, die die retrovirale Insertionsmutagenese zum Inhalt hatten. Ein Highlight war zum Beispiel die Cell-Publikation über die IL-10 Knockoutmutation (Cell 75, 1993), die mit über 1000 Zitierungen inzwischen zu den Immunologie-Klassikern gehört. Löhler: Die Beschreibung der in-vivo-Effekte von Knockoutmutationen für die Interleukine IL-2, IL-10 und das β7-Integrin revolutionierte die Auffassung von der Entstehung autoimmuner Darmerkrankungen mit erheblichen Auswirkungen bei der Beschreitung neuer therapeutischer Wege.
Wir wünschen Herrn Dr. Löhler alles Gute für seine Zukunft!
(Dr. Angela Homfeld, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)





