Diese Seite nutzt JavaScript nur für Dropdown-Menüs auf Internet Explorer

Heinrich-Pette-Institut: Neues Krebsgen humaner Adenoviren gefunden
Metamenü

Neues Krebsgen humaner Adenoviren gefunden

16. Januar 2007

Wissenschaftler des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) entdeckten ein neues Krebsgen humaner Adenoviren. In ihrer aktuellen Veröffentlichung im Fachjournal Journal of Virology beschreiben Thomas Dobner, Leiter der Abteilung für Molekulare Virologie, und sein Mitarbeiter Timo Sieber erstmals eine Beteiligung des adenoviralen E1B-156R Proteins bei der Entartung von Nagetierzellen (J. Virol., 2007, Vol. 81). Die Hamburger Wissenschaftler zeigen, dass dieser Prozess über einen neuen Mechanismus gesteuert wird, der unabhängig von der bisher bekannten Wirkung des Tumorsuppressors p53 wirkt.

Humane Adenoviren sind in der Lage eine Entartung primärer Nagerzellen hervorzurufen. Das virale E1B-55K Protein spielt dabei eine zentrale Rolle. Es wirkt hauptsächlich durch seine Fähigkeit, den Tumorsuppressor p53 zu neutralisieren. Dadurch werden zwei wichtige Schutzfunktionen der Zelle gegen eine Entartung unterdrückt: der programmierte Zelltod, Apoptose genannt, und ein Zellzyklusarrest, quasi eine Notbremse gegen ungehemmte Zellteilung.

Timo Sieber und Thomas Dobner untersuchten die biologische Aktivität von kleineren E1B-55K-Proteinvarianten, die durch den Prozess des so genannten alternativen Splicing gebildet werden. Die E1B-156R-Variante ist ein eigenständiges Protein mit individuellen Eigenschaften. Im Vergleich zu E1B-55K fehlen in E1B-156R zentrale Bereiche, die wichtig für die Hemmung des Tumorsuppressors p53 sind. Nun konnte gezeigt werden, dass auch E1B-156R zur Entartung von Nagerzellen beiträgt, obwohl es nicht wie E1B-55K die Wirkung von p53 hemmen kann. In dieser Studie wird somit erstmals beschrieben, dass Adeno E1B Proteine eine Zelle p53-abhängig oder p53-unabhängig transformieren können.

Die Frage, auf welchem Weg E1B-156R seine krebserregende Wirkung entfaltet, konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Jedoch zeigten die beiden Wissenschaftler, dass das E1B-Protein mit dem zellulären Apoptoseregulator hDaxx wechselwirkt, dessen Manipulation zur Entartung von Zellen beitragen könnte. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten in Zukunft zu einem besseren Verständnis der Mechanismen der Tumorentstehung beitragen.

 

Für weitere Informationen:

Prof. Thomas Dobner, thomas.dobner@hpi.uni-hamburg.de

 Dr. Angela Homfeld (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit),angela.homfeld@hpi.uni-hamburg.de

 

<- Zurück zu: Presse

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Angela Homfeld Martinistraße 52
20251 Hamburg
Tel.: 040/48051-108


Leibniz Gemeinschaft