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Heinrich-Pette-Institut: Arbeitsgebiete
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Arbeitsgebiete

Regulation der Hämatopoese

Der Prozess der Blutbildung (Hämatopoese) wird gesteuert durch ein präzise reguliertes Programm, das aufgrund seiner Komplexität bislang nur unzureichend verstanden wird. Eine besonders wichtige Rolle kommt dabei Transkriptionsfaktoren zu, da sie durch Aktivierung jeweils spezifischer Gene die Differenzierung von Stammzellen des Blut-bildenden Systems in die verschiedenen Zelltypen des Blutes (weiße und rote Blutkörperchen) kontrollieren. Unsere Forschungsgruppe analysiert auf molekularer Ebene die Signalkaskaden, welche die Hämotopoese steuern. Dabei suchen wir zum einen nach neuen Faktoren, die wichtig für den Prozess der Blutbildung sind. Zum anderen interessieren wir uns für die Regulations-Mechanismen, durch die die verschiedenen Signalkaskaden im Blut-bildenden System koordiniert werden.

Mechanismen der Leukämie-Entstehung

Eine fehlerhafte Regulation des hämatopoetischen Systems kann sich in massiven Störungen des Blutbildes auswirken, wenn bestimmte Zelltypen des Blutes oder deren unreife Vorläufer in zu geringer Menge oder auch im Übermaß gebildet werden. Leukämien sind das bekannteste Beispiel für daraus resultierende Krankheiten. Ursache für die Entstehung von Leukämien sind meistens Gendefekte und Mutationen, die zentrale Regulatoren der Hämatopoese betreffen. Über die Methode der retroviralen Insertionsmutagenese haben wir mehrere potenziell Leukämie-relevante Gene identifiziert und studieren in Zellkultur- sowie Mausmodellen den Einfluss, den die Mutation solcher Gene auf die Hämotopese und die Entstehung von Leukämien hat. Zurzeit stehen zwei Transkriptionsfaktoren, RUNX1 und MEF2C, im Mittelpunkt unserer Forschungsarbeiten.

Therapieresistenz

Wie bei anderen Krebsarten auch, hat die Therapie von Leukämien das Ziel, Tumorzellen möglichst selektiv zu eliminieren. Auf molekularer Ebene erfolgt dies, indem versucht wird, das Programm des gesteuerten Zelltods (Apoptose) zu aktivieren, mit dem die Tumorzelle ihre eigene Zerstörung vollzieht. Vielfach haben Tumore jedoch Mechanismen entwickelt, die sie Therapie-resistent machen. In Zellkultur-Experimenten und in Mausmodellen suchen wir nach den molekularen Ursachen für solche Resistenzen und nach neuen Ansätzen, diese zu überwinden. Primäres Ziel der derzeitigen Analysen ist ein besseres Verständnis anti- und pro-apoptotischer Signalwege in leukämischen Zellen.

Retroviren

Die Infektion mit Retroviren ist ursächlich mit einer Reihe von Krankheiten verbunden, darunter Leukämie oder AIDS. Erster Schritt einer Infektion ist das Binden des Virus an spezifische Rezeptoren der Wirtszelle. Dabei entscheidet die Art und Stärke der Wechselwirkung zwischen Virushülle und Oberfläche der Wirtszelle darüber, ob das Virus tatsächlich in die Wirtszelle eindringen kann oder nicht. Die spezifische Struktur der viralen Hüll-Proteine ist somit ein zentraler Parameter, der die Pathogenität von Viren maßgeblich bestimmt. Anhand des murine leukemia virus MuLV untersuchen wir, inwieweit die Nutzung spezifischer Wirts-Rezeptoren sowie die Wechselwirkung viraler Proteine mit anderen Faktoren der Wirtszelle Krankheitsbild und -verlauf beeinflusst.

Abteilungen & Forschungsgruppen

Molekulare Pathologie

Leiter

Ph.D. Carol Stocking Martinistraße 52
20251 Hamburg
Tel.: 040/48051-273/272


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