Influenza Pathogenese
Influenza A Viren besitzen ein sehr breites Wirtsspektrum, das vor allem Vögel, aber auch Menschen und andere Säuger, wie z.B. Schweine, Seehunde und Pferde umfasst. Wildenten und andere Wasservögel sind das Reservoir, in dem alle bisher bekannten 16 HA- und 9 NA-Subtypen zirkulieren. Gelegentlich können aber Influenzaviren sämtliche Wirtsbarrieren durchbrechen und auf andere Spezies übergehen und dort zu Krankheiten unterschiedlichen Ausmaßes führen. Ziel unserer Forschung ist es virale und zelluläre Determinanten zu identifizieren und zu charakterisieren, die zum Speziesübergang und erhöhter Pathogenität beitragen.
Identifizierung viraler Pathogenitätsdeterminanten
Die Pathogenität von Influenzaviren ist ein multifaktorieller Prozess. Hierzu tragen virale Proteine durch das Zusammenspiel mit zellulären Proteinen bei. Diese Pathogenitätsdeterminanten können je nach Subtyp und Isolat in unterschiedlichen Spezies variieren. Hier vergleichen wir niedrig- und hochpathogene Influenzaviren unterschiedlicher Subtypen (v.a. H1N1, H5N1 und H7N7) und versuchen virale Pathogenitätsdeterminanten in unterschiedlichen Wirtssystemen zu identifizieren. Dazu werden Influenzaviren mittels „Reverser Genetik“ hergestellt und in Zellkultur sowie im Mausmodell untersucht.

Rolle der zellulären Importmaschinerie bei der Adaptation von Influenzaviren an neue Spezies. Erhöhte Polymeraseaktivität in Säugerzellen korreliert mit erhöhter Pathogenität in der Maus

Aviäre und humane Importine sind in Vogel und Mensch divergent

Die Polymeraseuntereinheit PB2 eines säugeradatierten Influenzavirus (SC35M) ist effizienter im Zellkern von humanen Lungenzellen lokalisiert im Vergleich zur PB2-Untereinheit eines aviären Influenzavirus (SC35)
Inhibition viraler und zellulärer Pathogenitätsdeterminanten mit synthetischen Substanzen
Influenzaviren, v.a. HPAIV des H5N1 Subtyps sind in den letzten Jahren wiederholt von Vogel auf Mensch übergegangen und besitzen dort eine hohe Lethalität (50-60%). Da es keine Immunität in der Bevölkerung gegen diese HPAIV gibt, stellen sie eine hohe pandemische Gefahr dar. Hier versuchen wir mittels antiviraler Substanzen, welche gezielt gegen die viralen Pathogenitätsdeterminanten gerichtet sind, die hohe Pathogenität von Influenzaviren zu inhibieren und eventuell zur Entwicklung von neuen Therapeutika beizutragen.
Abteilungen & Forschungsgruppen
Influenza-Pathogenese
Leiterin
Dr. Gülsah Gabriel
Martinistraße 52
20251 Hamburg
Tel.: 040/48051-315





