Chronik
Gegründet 1948 als "Stiftung zur Erforschung der spinalen Kinderlähmung" ist die Entstehung des Instituts im wesentlichen auf zwei Personen zurückzuführen: auf den großzügigen Mäzen Philipp F. Reemtsma, der aus dem mütterlichen Erbe seines an Kinderlähmung verstorbenen Sohnes eine Stiftung einrichtete, und auf den Neurologen Heinrich Pette. Durch ihn wurden wissenschaftliches Konzept und Entwicklung dieses Instituts nicht nur in der Gründerzeit, sondern noch viele Jahre danach, bis zu seinem Tod 1964, geprägt und gestaltet. Folgerichtig wurde "sein Institut", nach dem Tode des Gründers in Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg umbenannt. Neben der Würdigung der großen Verdienste von Heinrich Pette verdeutlicht dieser neue Name auch die engen Anbindung des Instituts an die Universität Hamburg.
1943 Vermächtnis des Hamburger Kaufmanns Philipp F. Reemtsma zur Gründung einer Stiftung zur "Förderung der Erforschung der spinalen Kinderlähmung".
1948 Am 18.06. gründet Prof. Dr. med. Heinrich Pette, Ordinarius für Neurologie an der Universität Hamburg, die "Stiftung zur Erforschung der spinalen Kinderlähmung". Experimentelle Forschungsarbeiten mit dem Polio-Virus werden in den Kellerräumen des Pavillons 7b der Neurologischen Klinik des Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) durchgeführt.
1951-1963 Anfang der 50er Jahre Umbenennung in "Stiftung zur Erforschung der spinalen Kinderlähmung und der Multiplen Sklerose" (1951).
Fortlaufende Vergrößerung der Stiftung auf dem Gelände des UKE (Errichtung von Tierstall- und Laboratoriumsgebäuden sowie Erweiterungsbauten), bedingt durch die vergrößerte apparative Ausstattung und Erweiterung des Forschungsprogramms.
1955 Aufnahme der Stiftung in den Kreis der durch Bund und Länder nach dem sogenannten "Königsteiner Abkommen" geförderten Forschungseinrichtungen (seit 1977 "Blaue-Liste Institute").
Etablierung von Kuratorium und wissenschaftlichem Vorstand der Stiftung.
1957 Erster Erweiterungsbau der Stiftung (1957/58).
1964 Erweiterungsbau mit elektronenmikroskopischen Laboratorien.
Tod von Prof. Dr. Heinrich Wilhelm Pette (23.11.1887 - 04.10.1964).
1965 Umbenennung der Stiftung in "Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg".
1967 Erweiterungsbau mit Laboratorien zur experimentellen Arbeit mit hochkontagiösen Viren (1967/69).
1968 Etablierung des Kollegiums, Ausweitung des wissenschaftlichen Forschungsprogramms und Einrichtung von unabhängigen Forschungsabteilungen.
1972 Tod von Frau Prof. Dr. Edith Agnes Bertha Pette (03.07.1897 - 02.06.1972), geb. Graetz, Mitbegründerin der Stiftung und des Instituts.
Einrichtung von weiteren Forschungsabteilungen.
1985 Etablierung des wissenschaftlichen Beirates.
Begutachtung durch den Wissenschaftsrat (WR).
1993 Am 15. Mai erfolgt der Abschluss des Kooperationsvertrags mit der Universität Hamburg (Fachbereich Medizin).
1995 Fertigstellung des 1990 begonnenen Erweiterungsbaus mit modernem Labortrakt.
Die Leibniz-Gemeinschaft (WGL) wird Nachfolgerin der "Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste" (Blaue-Liste Institute).
1996 Evaluierung durch den Wissenschaftsrat (WR): Der WR stellt fest, dass ein gesamtstaatliches, wissenschaftspolitisches Interesse an der Forschungsarbeit des HPI besteht und empfiehlt die Weiterförderung als "WGL-Institut".
1998 Ausdehnung des Kooperationsvertrags mit der Universität Hamburg auf den Fachbereich Chemie. Am 11./12.09. feiert das Heinrich-Pette-Institut mit einem Symposium sein 50-jähriges Bestehen.
2002 Externe und unabhängige Evaluierung des HPI durch den Senatsausschuss Evaluierung der WGL. Dabei konnte die positive Beurteilung der letzten Evaluierung 1996 durch den Wissenschaftsrat bestätigt werden: Es wurde festgestellt, dass die Qualität der Forschung am HPI hinsichtlich Aktualität, Relevanz und Originalität der Arbeiten der einzelnen Arbeitseinheiten insgesamt sehr gut und zum Teil hervorragend ist. Das HPI führt auf seinem Forschungsgebiet national und international anerkannt hochwertige Forschung durch.
2003 Abschluss des Kooperationsvertrags (Public-Private-Partnership) mit der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V..
2004 Baubeginn des Ersatz- und Erweiterungsbau II mit Räumlichkeiten für die Verwaltung und modernsten Laboren für die Virus- und Tumorforschung.
2005 Erweiterung des Kooperationsvertrags mit der Universität Hamburg auf den Fachbereich Biologie. Gründung des Leibniz-Zentrum für Infektionsforschung (LZIF) zusammen mit dem Bernhard-Nocht-Institut (BNI) und dem Forschungszentrum Borstel (FZB). Ziel des LZIF ist die Förderung der inventiven und innovativen Grundlagenforschung im Raum Hamburg/Schleswig-Holstein.
2006 Fertigstellung und Einweihung des Ersatz- und Erweiterungsbaus II.





