Netzwerke
Erfolgreiche Grundlagenforschung in einem hochkompetitiven internationalen Umfeld wird durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Labore und Forschungsinstitute beschleunigt. Das Heinrich-Pette-Institut (HPI) ist deshalb auf vielfältigen Ebenen mit anderen Forschungseinrichtungen vernetzt.
Das Heinrich-Pette-Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft (WGL). Die Leibniz-Gemeinschaft ist der Zusammenschluss von derzeit 86 wissenschaftlich, rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Serviceeinrichtungen in Deutschland und damit eine der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen. Alle Leibniz-Einrichtungen sind auf thematisch definierten, zukunftsweisenden Forschungsfeldern tätig, die von überregionalem gesamtstaatlichen Interesse sind. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Die WGL repräsentiert unter den deutschen Wissenschaftsorganisationen nicht eine weitere Säule, sondern das erste Netzwerk. Das konsequente, transparente und streng externe Evaluierungsverfahren ist ein Alleinstellungsmerkmal der Leibniz-Gemeinschaft im Vergleich mit anderen universitären wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland.
Das Heinrich-Pette-Institut befindet sich auf dem Campus des Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) und ist über einen Kooperationsvertrag mit der Universität Hamburg eng verbunden. Auf Grundlage dieses Vertrages sind die Abteilungsleiter des Heinrich-Pette-Instituts C4 bzw. W3 Professoren, die in gemeinsamen Verfahren mit den Fachbereichen Medizin, Chemie oder Biologie der Universität Hamburg berufen werden. Es bestehen vielfältige Kooperationen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des UKE und der erwähnten Fachbereiche. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HPI sind an vielfältigen Forschungsinitiativen, wie beispielsweise Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen, Graduiertenkollege, wissenschaftliche Schwerpunktprogramme und Exzellenzclustern beteiligt.
Das Heinrich-Pette-Institut ist neben dem Bernhard-Nocht-Institut (BNI) und dem Forschungszentrum Borstel (FZB) Gründungsmitglied des Leibniz Center Infection (LCI). Die drei Institute sind Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft mit einer jeweils klaren infektionsbiologischen Mission. Während sich das HPI auf Viruserkrankungen des Menschen fokussiert, widmet sich das BNI der Erforschung von Tropenkrankheiten, insbesondere den Parasitosen, und das FZB untersucht hauptsächlich bakteriell verursachte Lungenentzündungen wie die Tuberkulose. Zusammen beschäftigen die drei Institute etwa 1.000 Personen, hiervon rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Leibniz Center Infection hat zum Ziel, inventive und innovative infektionsbiologische Grundlagenforschung im Raum Hamburg/Schleswig-Holstein zu fördern. Es sollen wissenschaftliche und methodische Schnittmengen erkannt, kooperative Forschungsvorhaben initiert und verbesserte Verwertungsmöglichkeiten für Forschungsergebnisse geschaffen werden. Eine Beteiligung der Universitätskliniken Eppendorf (UKE) und Schleswig-Holstein (UKSH) wird angestrebt.
Im Mai 2009 startete die Leibniz Graduiertenschule "Modelsysteme für Infektionserkrankungen" des Leibniz Center Infection mit Beteiligung des UKE. Die interdisziplinäre Graduiertenausbildung dauert 3 Jahre und richtet sich an hervorragende Kandidaten/Innen, die einen (absehbaren) Universitätsabschluss im Bereich der Biologie/Life Sciences haben. Die LCI-Leibniz Graduate School (LGS) bietet ein innovatives und anspruchsvolles Lehr- und Forschungsprogramm für Graduierte mit ausgeprägtem Interesse an den Fachgebieten Parasitologie, Bakteriologie, Immunologie, Virologie, Infektionsbiologie, und Molekular-, Zell- und Strukturbiologie sowie Pathologie von Infektionskrankheiten. Alle Projekte der Graduiertenschule betreffen die experimentelle Untersuchung von Infektionsprozessen in unterschiedlichen Modellsystemen.
Die Förderung der infektionsbiologischen Forschung in der gesamten Region Norddeutschland wird durch den Nordverbund Infektionsbiologie (NORDIB) verfolgt. Neben dem Heinrich-Pette-Institut sind daran die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, das Institut für Mikrobiologie der Technischen Universität Braunschweig, das Institut für Infektionsmedizin der Universität Hamburg, das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Lübeck, die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung Braunschweig (GBF), das Bernhard-Nocht-Institut (BNI), das Forschungszentrum Borstel (FZB), und das Hans-Knöll-Institut (HKI) beteiligt.
Mit der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V. ist das Heinrich-Pette-Institut in Form eines Kooperationsvertrages verbunden. Auf Basis dieser Public-Private-Partnership betreibt die Fördergemeinschaft im Ersatz- und Erweiterungsbau II des Heinrich-Pette-Instituts ein eigenständiges Forschungsinstitut für pädiatrische Hämatologie und Onkologie.





