Aktuelle Daten der Hamburg Surveillance Plattform

Hier finden Sie aktuelle Daten zur Verbreitung von SARS-CoV2 Varianten in Hamburg, erfasst durch die Hamburg Surveillance Plattform:

07.04.2021: Update der Hamburg Surveillance Plattform HHSuRV zur Verbreitung von SARS-CoV -2 Varianten in Hamburg

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In der Kalenderwoche 11 (KW11, 15.03.21 - 21.03.21) betrug der Anteil der per PCR nachgewiesene Anteil der Variante B.1.1.7 (auch als VOC-202012/01 oder 501Y.v1 bezeichnet) unter 191 untersuchten Stichproben aus Hamburg rund 87% (Abbildung). Der prozentuale Anteil unter den Neuinfektionen stabilisiert sich damit auf hohem Niveau und weist darauf hin, dass das Infektionsgeschehen in Hamburg bis auf Weiteres durch die Variante B.1.1.7 bestimmt wird.
Gleichzeitig wurde in vier der Proben aus KW11 die sogenannte südafrikanische Variante B.1.351 nachgewiesen (Nachweis bislang durch PCR; die Bestätigung durch Sequenzierung steht noch aus). Unter den insgesamt 1880 bisher untersuchten Stichproben war diese Variante erstmals in der vorangegangenen Kalenderwoche (KW10) aufgetreten. Ob diese Variante im Gesamtinfektionsgeschehen zukünftig eine wichtigere Rolle spielen wird, lässt sich aufgrund der insgesamt niedrigen Anzahl positiver Proben derzeit noch nicht sagen.

Bislang wurden 1504 der 1880 Stichproben vollständig sequenziert. Unabhängig von den B.1.1.7 und B.1.351 Fällen befanden sich darunter insgesamt zehn weitere Proben mit sogenannten Fluchtmutationen (d.h. Mutationen, welche dem Virus ein teilweises Unterlaufen der Immunantwort erlauben). Sieben der zehn Proben stammen aus den Kalenderwochen 9 und 10, d.h. den letzten beiden Kalenderwochen aus denen gegenwärtig Sequenzierungsergebnisse vorliegen. Weiterlesen

Abbildung: Entwicklung des prozentualen Anteils B.1.1.7-positiver Neuinfektionen in Hamburg. Die orange unterlegte Kurve gibt den durch PCR-Untersuchungen ermittelten Anteil der Variante unter 1880 zufällig ausgewählten, bis einschließlich 21.03.2021 abgenommenen Proben aus Hamburg wieder. Ein Teil der Fälle (bislang 1504 Proben mit Abnahmedatum bis einschließlich 14.03.2021) wurde zudem mittels Gesamtgenomsequenzierung untersucht. 1334 dieser Proben lieferten auswertbare Ergebnisse. Der relative Anteil von B.1.1.7 unter diesen Proben ist durch die rote Linie angegeben.

31.03.2021: Update der Hamburg Surveillance Plattform HHSuRV zur Verbreitung von SARS-CoV -2 Varianten in Hamburg

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Die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante der Abstammungslinie B.1.1.7 (auch als VOC-202012/01 oder 501Y.v1 bezeichnet) bestimmt mittlerweile in Hamburg weitesgehend das Infektionsgeschehen. Der Anteil der B.1.1.7-positiven Fälle unter den von uns untersuchten Neuinfektionen in Hamburg ist seit Beginn des Jahres kontinuierlich angestiegen (siehe Abbildung) und lag zu Ende der Kalenderwoche 10 (d.h. zum 14. März) bei rund 85%. Laut Bericht des Robert Koch Institutes betrug demgegenüber der durchschnittliche Anteil der Variante B.1.1.7 zu Kalenderwoche 10 über alle Bundesländer hinweg ca. 72% (Quelle).

Unter den 1689 zufällig ausgewählten, im Zeitraum von Dezember 2020 bis Mitte März 2021 gesammelten Proben aus der Gesamtbevölkerung konnten wir in Kalenderwoche 10 den ersten Verdachtsfall der Variante B.1.351 (sog. Südafrikanische Variante) nachweisen, die endgültige Bestätigung des Befundes per Sequenzierung steht noch aus.

Bislang wurden 1147 der 1689 zufällig ausgewählten Proben vollständig sequenziert. Unabhängig von den B.1.1.7 und B.1.351 Fällen befanden sich darunter insgesamt sieben weitere Proben mit sogenannten Flucht-Mutationen (d.h. Mutationen, welche dem Virus ein teilweises Unterlaufen der Immunantwort ermöglichen). Dabei handelt es sich um vier Fälle mit der Mutation E484K, sowie drei Fälle mit der Mutation L452R. Fünf der Fälle stammen aus Kalenderwoche 9, d.h. der letzten Kalenderwoche aus der gegenwärtig Sequenzierungsergebnisse vorliegen. Weiterlesen

Abbildung: Entwicklung des prozentualen Anteils B.1.1.7-positiver Neuinfektionen in Hamburg. Die orange unterlegte Kurve gibt den durch PCR-Untersuchungen ermittelten Anteil der Variante unter 1689 zufällig ausgewählten, bis einschließlich 14.03.2021 abgenommenen Proben in Hamburg wieder (siehe Text und Tabelle 1 für nähere Informationen). Ein Teil der Fälle (bislang 1504 Proben mit Abnahmedatum bis einschließlich 07.03.2021) wurde zudem mittels Gesamtgenomsequenzierung untersucht. 1147 dieser Proben lieferten auswertbare Ergebnisse. Der relative Anteil von B.1.1.7 unter diesen Proben ist durch die rote Linie angegeben.

22.03.2021: Update der Hamburg Surveillance Plattform HHSuRV zur Verbreitung von SARS-CoV -2 Varianten in Hamburg

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Die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante der Abstammungslinie B.1.1.7 (auch als VOC-202012/01 oder 501Y.v1 bezeichnet) ist mittlerweile auch in Hamburg weit verbreitet. Der Anteil der B.1.1.7-positiven Fälle unter den von uns untersuchten Neuinfektionen in Hamburg ist seit Beginn des Jahres kontinuierlich angestiegen (siehe Abbildung) und lag zu Ende der Kalenderwoche 9 (d.h. zum 7. März) bei rund 77%. Laut Bericht des Robert Koch Institutes betrug demgegenüber der durchschnittliche Anteil der Variante B.1.1.7 zu Kalenderwoche 9 über alle Bundesländer hinweg ca. 55% (Quelle).

Zumindest in Hamburg spielen andere im Brennpunkt stehende Varianten (z.B. die zuerst in Südafrika aufgetretene Variante der Abstammungslinie B.1.351, sowie die erstmals in Brasilien identifizierte Variante P.1) offenbar bisher noch keine wesentliche Rolle. Bislang wurde von uns lediglich ein einziger Fall der Variante B.1.351 bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika nachgewiesen. Unter rund 1502 zufällig ausgewählten, im Zeitraum von Dezember 2020 bis Anfang März 2021 gesammelten Proben aus der Gesamtbevölkerung konnten wir demgegenüber noch keinen einzigen Fall von B.1.351 oder P.1 nachweisen. Weiterlesen

Abbildung: Entwicklung des prozentualen Anteils B.1.1.7-positiver Neuinfektionen in Hamburg. Die orange unterlegte Kurve gibt den durch PCR-Untersuchungen ermittelten Anteil der Variante unter 1502 zufällig ausgewählten, bis einschließlich 07.03.2021 abgenommenen Proben in Hamburg wieder (siehe Text und Tabelle 1 für nähere Informationen). Ein Teil der Fälle (bislang 1134 Proben mit Abnahmedatum bis einschließlich 28.02.2021) wurde zudem mittels Gesamtgenomsequenzierung untersucht. 969 dieser Proben lieferten auswertbare Ergebnisse. Der relative Anteil von B.1.1.7 unter diesen Proben ist durch die rote Linie angegeben.

15.03.2021: Update der Hamburg Surveillance Plattform HHSuRV zur Verbreitung von SARS-CoV -2 Varianten in Hamburg

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Die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante der Abstammungslinie B.1.1.7 (auch als VOC-202012/01 oder 501Y.v1 bezeichnet) ist mittlerweile auch in Hamburg weit verbreitet. Der Anteil der B.1.1.7-positiven Fälle unter den von uns untersuchten Neuinfektionen in Hamburg ist seit Beginn des Jahres kontinuierlich angestiegen (siehe Abbildung) und lag zu Ende der Kalenderwoche 8 (d.h. zu Ende Februar) bereits bei rund 60%. Laut Bericht des Robert Koch Institutes betrug demgegenüber der durchschnittliche Anteil der Variante B.1.1.7 zu Kalenderwoche 8 über alle Bundesländer hinweg ca. 40-45% (Quelle).

Zumindest in Hamburg spielen andere im Brennpunkt stehende Varianten (z.B. die zuerst in Südafrika aufgetretene Variante der Abstammungslinie B.1.351, sowie die erstmals in Brasilien identifizierte Variante P.1) offenbar bisher noch keine wesentliche Rolle. Bislang wurde von uns lediglich ein einziger Fall der Variante B.1.351 bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika nachgewiesen. Unter rund 1.300 zufällig ausgewählten, im Zeitraum von Dezember 2020 bis Ende Februar 2021 gesammelten Proben aus der Gesamtbevölkerung konnten wir demgegenüber noch keinen einzigen Fall von B.1.351 oder P.1 nachweisen. Weiterlesen

Abbildung: Entwicklung des prozentualen Anteils B.1.1.7-positiver Neuinfektionen in Hamburg. Die orange unterlegte Kurve gibt den durch PCR-Untersuchungen ermittelten Anteil der Variante unter 1319 zufällig ausgewählten, bis einschließlich 28.02.2021 abgenommenen Proben in Hamburg wieder (siehe Text und Tabelle 1 für nähere Informationen). Ein Teil der Fälle (bislang 915 Proben mit Abnahmedatum bis einschließlich 21.02.2021) wurde zudem mittels Gesamtgenomsequenzierung untersucht. 815 dieser Proben lieferten auswertbare Ergebnisse. Der relative Anteil von B.1.1.7 unter diesen Proben ist durch die rote Linie angegeben.

14. Januar 2021:

Epidemiologische Untersuchungen legen nahe, dass die ursprünglich in Südostengland neu aufgetretene Variante VOC-202012/01 (auch als B.1.1.7 oder 501Y.v1 bezeichnet) eine um etwa den Fakor 1,5 höhere Übertragbarkeit aufweist. Diese Vermutung wird durch die Beobachtung unterstützt, dass sich die Variante mittlerweile auch in anderen Teilen Großbritanniens, sowie in Irland und Dänemark ausgebreitet hat.

Eine zweite Variante mit der Bezeichnung 501Y.v2 hat sich mit hoher Geschwindigkeit in Südafrika ausgebreitet. Es handelt sich dabei um die Abstammungslinie B.1.351, die sich deutlich von der Linie der britischen Variante (B.1.1.7) unterscheidet. Trotz der unterschiedlichen Abstammungslinien finden sich einige Mutationen (insbesondere diejenige mit der Bezeichnung 501Y) in beiden Varianten. Darüberhinaus weisen beide Varianten noch eine Reihe weiterer Mutationen auf. Es wird vermutet, dass die jeweilige Kombination dieser Mutationen für die rasche Ausbreitung der Varianten verantwortlich sein könnte. Die experimentelle Bestätigung dieser Vermutung steht jedoch noch aus.

Sowohl die britische, wie auch die südafrikanische Variante wurden mittlerweile mehrfach in Deutschland nachgewiesen. Es handelt sich dabei jedoch bislang ausschließlich um Reiserückkehrer oder deren unmittelbaren Kontakte. Es ist nach unserer Einschätzung daher nicht davon auszugehen, dass die Varianten in Deutschland bereits weit verbreitet sind, bzw. maßgeblich für die anhaltend hohen Fallzahlen verantwortlich sein könnten.

Nach derzeitigen Erkenntnissen geht eine Infektion mit den neuen Varianten nicht mit schwereren Krankheitsverläufen einher. Ebenso ist nicht zu erwarten, dass die verfügbaren Impfstoffe ihre Wirksamkeit verlieren. Eine erhöhte Übertragungsfähigkeit könnte jedoch zu einer deutlichen Zunahme der Fallzahlen führen. Bis zur abschließenden Klärung der Übertragbarkeit der neuen Varianten muss daher die Ausbreitung in Deutschland nach Möglichkeit verhindert oder verzögert werden. Das HPI unterstützt deshalb eindringlich den Appell zur Einhaltung der geltenden Kontaktbeschränkungen und Corona-Regelungen.

Informationen zum Vorkommen der Varianten in Hamburg:

In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und den Hamburger Gesundheitsbehörden führt das HPI routinemäßig SARS-CoV-2 Genomuntersuchungen durch. Dabei wurde die Variante 501.v2 bisher in einem einzigen Fall nachgewiesen. Dabei handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus Südafrika. Im Rahmen der Untersuchung mehrerer hundert Proben aus der Allgemeinbevölkerung konnten wir bislang weder die britische, noch die südafrikanische Variante nachweisen.   

22. Dezember 2020:

Nach neueren Informationen von Public Health England wurde für die neue Variante eine Reproduktionszahl berechnet, die im Vergleich zu anderen Varianten um den Faktor 0,74 (also rund 70%) höher zu liegen scheint. Datengrundlage für die Berechnung war dabei die Zunahme positiver Fälle mit der neuen Variante über die letzten Monate.

Es ist wichtig festzustellen, dass diese Zahl die Zunahme beschreibt, sie aber nicht erklärt.

In den Medien wurde die erhöhte Ausbreitungsrate vielfach mit einer um erhöhten 70% Infektiösität gleichgesetzt. Vor dem Hintergrund der jetzigen Datenlage ist diese Annahme nicht zulässig, da andere Faktoren (z.B. Superspreading Ereignisse) ebenfalls zu einer starken Zunahme der Verbreitung einzelner Varianten führen können, ohne dass diese Merkmale aufweisen, welche die Infektiösität maßgeblich beeinflussen.

Zwar ist angesichts der relativ hohen Zahl an Mutationen eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber der neuen Variante zweifellos berechtigt, es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich bevor tatsächlich eine erhöhte Infektiösität angenommen werden kann. 

Link tzur PHE-Publikation:

assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/947048/Technical_Briefing_VOC_SH_NJL2_SH2.pdf

20. Dezember 2020:

Die derzeit aufgrund ihrer Ausbreitung in Großbritannien im Brennpunkt stehende SARS-CoV-2 Abstammungslinie mit der Bezeichnung B.1.1.7 ist nach unseren derzeitigen Erkenntnissen in Hamburg bislang noch nicht aufgetreten.

Ob es sich bei dieser Variante tatsächlich um einen Stamm mit erhöhtem Ansteckungspotential handelt ist noch weitgehend unklar. Nach Stand der derzeitig verfügbaren Informationen kann es sich unserer Einschätzung nach ebenso um eine im Zuge der exponentiellen Verbreitung des Erregers zufällig aufgetretene Kombination von Mutationen handeln.

Die Ausbreitung der Abstammungslinie B.1.1.7 verlangt dennoch nach erhöhter Aufmerksamkeit. Das HPI führt seit Beginn der Pandemie zusammen mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine stichpropenartige Überwachung der in Hamburg auftretenden SARS-CoV-2 Stämme durch und wird im Rahmen dieser Aktivitäten das Auftreten der Linie  B.1.1.7, aber auch anderer Stämme mit möglicherweise erhöhtem Infektionspotential fortlaufend überprüfen.

Weitere Informationen zu der Thematik:

Podcast mit Prof. Adam Grundhoff: https://www.youtube.com/watch?v=KWfeqQsWgkg

 

Kontakt HPI:

Prof. Adam Grundhoff (Leitung FG Virus Genomik & TP NGS)

Mail: adam.grundhoff(at)leibniz-hpi.de

Tel.: 040/48051-275