Konjetzny-Preis 2000 für Krebsforscher des Heinrich-Pette-Instituts

Samstag, 30. September 2000

Der Naturwissenschaftler Dr. Thomas Sternsdorf wird am Mittwoch, 01. November 2000 mit dem Konjetzny-Preis 2000 der Hamburger Krebsgesellschaft geehrt.

Sternsdorf und die in Frankfurt tätige italienische Forscherin Dr. Elena Puccetti als Koautorin erhalten den mit 10.000 DM dotierten Konjetzny-Preis für ihre herausragende Forschungsarbeit im Bereich der Leukämieforschung. Die Überreichung des Preises erfolgt am 01. November 2000 um 09.30 Uhr durch Prof. Dr. Ulrich R. Kleeberg im großen chirurgischen Hörsaal der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.

Die Arbeit der beiden Wissenschaftler befasst sich mit den molekularen Grundlagen der Wirkung von Arsentrioxid bei der Behandlung einer bestimmten Form von Blutkrebs, der sogenannten akuten promyelozytischen Leukämie (APL). Sternsdorf und Puccetti haben die Wirkung von Arsen auf ein krebsauslösendes Protein, welches bei der APL gebildet wird und nur in den leukämischen, nicht jedoch in den gesunden Zellen zu finden ist, untersucht.

Dieses onkogene Protein reagiert biochemisch auf das Arsentrioxid mit der Folge, daß nur die Leukämiezellen absterben. Ein verwandtes Protein, welches in einer seltenen APL-Variante gebildet wird, reagiert dagegen nicht auf die Arsenbehandlung. Die Forschungsergebnisse sind nicht nur von großer Bedeutung für das Verständnis der molekularen Grundlagen der akuten promyelozytischen Leukämie, sondern haben darüber hinaus direkte klinische Konsequenzen: In der Forschungsarbeit wurde nachgewiesen, daß nur die häufige, nicht aber die seltene Form der APL auf die Arsentherapie anspricht. Folglich sollte sie bei dieser Form der Leukämie nicht angewandt werden.

Der Konjetzny-Preis wird jährlich von der Hamburger Krebsgesellschaft e. V. ausgeschrieben und honoriert Forschungsergebnisse in Hamburg tätiger Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung oder Krebsforschung einen bedeutsamen wissenschaftlichen Beitrag leisten.