Dr. Julia Röglin erhält den Josef-Kimmig-Förderpreis 2003

Samstag, 24. Januar 2004

Die Alfred-Marchionini-Stiftung verleiht Frau Dr. Julia Röglin den Joseph-Kimmig-Förderpreis für ihre hervorragenden Forschungsarbeiten zum gezielten Einfrieren und Lagern einzelner menschlicher Samenzellen, die für eine künstliche Befruchtung gebraucht werden. Die einzelnen technischen Schritte dieser neuen Tieftemperatur-Lagerungstechnik für Einzelzellen wurden mit Hilfe der Elektronenmikroskopie kontrolliert.

Dr. Julia Röglin entwickelte die Grundlagen ihrer Forschungsarbeit während ihrer Zeit als Doktorandin am Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie in der Arbeitsgruppe für Elektronenmikroskopie und Mikrotechnologie unter der Leitung von Dr. Heinz Hohenberg und als Doktorandin von Prof. Dr. Wolfram Schulze, Leiter der Abteilung für Andrologie der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie des Universitätsklinikums Eppendorf.

Julia Röglin erarbeitete neue Techniken zum Einfrieren und zur Lagerung einzelner menschlicher Samenzellen. Dies ist insbesondere für Männer mit ausgeprägter Fruchtbarkeitsstörung wichtig, deren Samenzellen durch einen operativen Eingriff aus den Nebenhoden oder Hoden gewonnen werden müssen. Bei den bisher eingesetzten Einfrierbehältern war es auf Grund ihrer Größe unmöglich, einzelne Spermien ohne Verluste zu platzieren, wiederaufzufinden und gezielt zu entnehmen. Dadurch mussten sich die Patienten oft wiederholten Operationen unterziehen. Mit der durch Frau Röglin erstmals beschriebenen Methode lassen sich bei Patienten mit nur wenigen lebens- und befruchtungsfähigen Samenzellen mehrmalige chirurgische Eingriffe vermeiden.

In den verwendeten Minicontainern aus Cellulosecarbonat werden einzelne Spermien mit einer Minikanüle in winzige Kammern eingebracht, die mit zwei Gelkugeln abgeschlossen sind. Danach werden sie eingefroren und bei späterem Bedarf zur künstlichen Befruchtung problemlos wieder aufgespürt. Die kleinen Container eigenen sich sogar als "intime Chat-rooms" in denen eine künstliche Befruchtung stattfinden kann. Die Kammer hat gerade genug Platz für eine befruchtungsfähige Eizelle; d.h. Spermium und Eizelle müssen sich "finden".

Für weitere Informationen: Dr. Heinz Hohenberg