Patricia Fliss und Ben Hudjetz erhalten den HPI-Doktorandenpreis 2013

Mittwoch, 17. April 2013

Der Vorstand des Heinrich-Pette-Instituts hat den diesjährigen Doktorandenpreis an Dr. Patrica Fliss und Dr. Ben Hudjetz verliehen. Die jungen Wissenschaftler bekamen den mit 500 Euro dotierten Preis für die besten Erstautorenpublikationen im Jahr 2012. 


Ben Hudjetz (29) hat Biologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen studiert. Seinen Abschluss hat er im Juli 2009 gemacht und ist im September desselben Jahres als Doktorand ans HPI in die Nachwuchsgruppe „Influenza Pathogenese“ gekommen. Seine Promotion schloss er im Dezember 2012 erfolgreich ab – die dazugehörige Arbeit trug den Titel „Rolle der PB2-Signatur 627 in der Importin-α vermittelten Wirtsadaptation und Pathogenese von Influenzaviren“.
Den Doktorandenpreis bekam Ben Hudjetz für seine Publikation in dem renommierten Fachjournal PLoS Pathogens: Hudjetz B., Gabriel G. (2012). Human-like PB2 627K influenza virus polymerase activity is regulated by importin-α1 and -α7. PLoS Pathog. 2012 Jan;8(1):e1002488.
„Hochpathogene aviäre Influenzaviren haben das Potential Speziesbarrieren zu überwinden und im Menschen Infektionen unterschiedlicher Schwere zu verursachen. Die adaptive Mutation PB2-E627K im viralen Polymerasekomplex gilt dabei als eine wichtige Determinante der Wirtsspezifität und Pathogenität von Influenzaviren. Allerdings sind die molekularen Vorgänge hinter dieser adaptiven Mutation bisher kaum verstanden. Nach aktuellem Wissensstand spielen auf zellulärer Seite Komponenten der Kernimportmaschinerie, Importin-α-Proteine, eine wichtige Rolle bei der Adaptation von Influenzaviren an den Säuger. In der Publikation konnten wir zeigen, dass bestimmte Importin-α-Isoformen in Abhängigkeit von der adaptiven Mutation PB2-E627K als säuger-spezifische Wirtsfaktoren fungieren, welche die Replikation von Influenzaviren positiv regulieren. Bezüglich des molekularen Mechanismus konnten wir zeigen, dass die adaptive Mutation PB2-E627K eine erhöhte Bindung von Importin-α-Isoformen an die viralen RNP-Komplexe vermittelt. Die Bindung von Importin-α-Isoformen an die viralen RNP-Komplexe führt wiederum zur Erhöhung der viralen Polymeraseaktivität über einen bislang unbekannten transportunabhängigen Prozess. Die Ergebnisse der Publikation zeigen damit, dass die adaptive Mutation PB2-E627K am Importin-α-vermittelten Adaptationsprozess von Influenzaviren beteiligt ist und tragen zu einem genaueren Verständnis der viralen Determinanten von Wirtsspezifität und Pathogenität bei“, beschreibt Ben Hudjetz den Inhalt seiner Veröffentlichung.


Patricia Fliss (31) hat an der Universität in Lübeck zunächst ihren Bachelor of Science in Molekularer Biotechnologie gemacht und im November 2006 den Abschluss Master of Science in Molecular Life Science angeschlossen. Ihre Doktorarbeit hat Patricia Fliss im März 2007 in Berlin an der Freien Universität begonnen. Die dazugehörige Forschungsarbeit hat sie erst am Robert Koch-Institut durchgeführt und Anfang März 2012 in Hamburg am HPI beendet. Thema ihrer Doktorarbeit war: „Inhibition der NF-kappaB-Aktivierung durch das murine Zytomegalievirus-Protein M45“. Im Anschluss an ihre Promotion war sie bis Ende 2012 weiter in ihrer Abteilung „Virologie und Immunologie“ als Postdoktorandin tätig.
Den Doktorandenpreis hat sie für ihre Publikation in PLoS Pathogens: Fliss PM, Jowers TP, Brinkmann MM, Holstermann B, Mack C, Dickinson P, Hohenberg H, Ghazal P, Brune W (2012). Viral mediated redirection of NEMO/IKKy to autophagosomes curtails the inflammatory cascade. PLoS Pathog. 2012 Feb;8(2):e1002517, erhalten.
Die Wissenschaftlerin erklärt, dass es in ihrer Veröffentlichung um die immunmodulatorische Funktion des Proteins M45 des murinen Zytomegalievirus geht: „Die Untersuchungen zeigten, dass M45 mit dem IKK-Komplex interagiert, einem zellulären Proteinkomplex, der die Aktivität des Transkriptionsfaktors NF-kappaB reguliert.  M45 induziert den Abbau des IKK-Komplexes durch Autophagie und unterbindet dadurch in infizierten Zellen die Aktivierung von NF-kappaB und die Bildung inflammatorischer Zytokine. Durch diese Arbeit konnten wir neue Erkenntnisse über die Strategien erlangen, durch die Viren der Immunantwort des Wirtes entgegenwirken.“

Zum Doktorandenpreis des Heinrich-Pette-Instituts:

Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wird für die beste Erstautorenpublikation eines Jahres vergeben. Stichtag ist jeweils der 31.12. des Jahres in dem die Publikation erschienen ist und im selben Jahr über ein wissenschaftliches Journal zugängig gemacht wurde (online oder gedruckte Version). Die Auswahl wird anhand des Journal Impact Factors (JIF) aus dem Vorjahr der Publikation getroffen. Publikationen, die in einer Zeitschrift erschienen sind, der von Thomson Reuters aber noch kein JIF zugeordnet wurde, können nicht gewertet werden. Die Publikation muss innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Master-/Diplom-/Doktorarbeit (Zeugnisdatum) erschienen sein. Die Anschrift des Erstautors oder der Erstautorin muss das HPI sein. Der Preis wird auch verliehen, wenn die Preisträger nicht mehr am HPI arbeiten und kann bei nicht eindeutigen Entscheidungskriterien auch mehrfach vergeben werden. Vorschlagsberechtigt sind die jeweiligen Abteilungs-, Forschungs- und Nachwuchsgruppenleiter und -leiterinnen.