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Girls' and Boys' Day am HPI

Mittwoch, 09. Mai 2012

Am 26. April 2012 hat zum zweiten Mal bundesweit der Girls' Day und Boys' Day stattgefunden. Insgesamt haben rund 150.000 Schülerinnen und Schüler an der Berufsorientierungsaktion teilgenommen. Die Idee ist, dass sich Mädchen der Klassen 5 bis 10 über Berufe informieren, die von Frauen selten gewählt werden und auch Jungen derselben Jahrgänge den Tag nutzen, um für Männer eher untypische Berufe kennen zu lernen.

Das Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) hat den offiziellen Girls' Day und Boys' Day zum Anlass genommen, um einen „HPI Girls' and Boys' Day“ zu veranstalten. Neun Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit genutzt, einen Blick hinter die Kulissen des HPI zu werfen. Dabei hat sich das HPI nicht auf einen für „Girls“ oder „Boys“ ausgerichteten Tag beschränkt, sondern Mädchen und Jungen Einblicke in den beruflichen Alltag von Virologen und Wissenschaftlichen Angestellten in Laboren und der Elektronenmikroskopie sowie Tierpflegern gewährt.

Nach einer Sicherheitseinführung über das Verhalten in Laboren und die Risiken in der Forschung mit Viren, wurden die Schüler in drei Gruppen eingeteilt und haben reihum die Abteilungen „Molekulare Virologie“, „Zellbiologie und Virologie“, die Forschungsgruppe „Elektronenmikroskopie und Mikrotechnologie“ sowie die Tierhaltung besucht.

In den Laboren der Abteilungen „Molekulare Virologie“ und „Zellbiologie und Virologie“ wurden die neugierigen Besucher pflichtgemäß mit Kitteln und Handschuhen ausgestattet. Dort haben sie sich mit Begeisterung  humane Leberzellen und Insektenzellen in Zellkultur unter dem Mikroskop und Bilder von Fluoreszenz-markierten Viren (Hepatitis C) in infizierten Leberzellen angesehen. In kleinen Präsentationen, wurden grundlegende Fragen zu Bakterien und Viren geklärt: Was sind das für Lebewesen? Wo kommen sie vor? Wie kann man ihnen besondere Fähigkeiten „schenken“?

Den Jungen und Mädchen wurde gezeigt, wie man eine DNA Sequenz auf dem PC analysiert, in Bakterien vermehrt, danach isoliert, die DNA überprüft und im Anschluss humane Zellen infiziert bzw. transfiziert und dann das zuvor designte Genprodukt mittels Immunfluoreszenz-Mikroskopie in der Zelle sichtbar machen kann. Darüber hinaus haben die kleinen Gruppen Proben von unterschiedlichen Plasmiden den jeweils dazu passenden Schnittmustern auf Bildern zugeordnet. Restriktionsenzyme bewirken, dass Plasmide in einzelne DNA-Fragmente auseinander geschnitten werden und sich daraus spezifische Schnittmuster ergeben – eine grundlegende Methode der molekularen Grundlagenforschung.

Ein besonderes Highlight war ein Einblick in die Tierhaltung. Die Jungen und Mädchen haben erfahren, unter welchen streng kontrollierten hygienischen und tierschutzrechtlichen Bedingungen Mäuse und Ratten in Forschungseinrichtungen gezüchtet und gehalten werden. 

In der Forschungsgruppe „Elektronenmikroskopie und Mikrotechnologie“ haben die Schüler einen Einblick in ein modernes Elektronenmikroskopisches-Labor bekommen. Nach einer kurzen Einführung in die Methoden und Funktionsweise der Geräte wurde demonstriert, wie Virus-infiziertes Material für die Elektronenmikroskopie präpariert wird: Proben werden mit einem Diamantmesser auf einem Ultramikrotom in 50 nm dünne Schnitte geschnitten. Anschließend konnten die Jungen und Mädchen selbst einen Blick durch ein Transmissionselektronenmikroskop  auf verschiedene Viren und infizierte Gewebe werfen. Darüber hinaus haben die „Jungforscher“ durch interessiertes Nachfragen viel erfahren. Etwa wir groß ein Nanometer im Verhältnis zu einem Zentimeter ist oder dass mit den Elektronenmikroskopen am HPI zwar Zellen, aber keine Atome sichtbar gemacht werden können.

Die Jungen und Mädchen haben viel erfahren und hatten zudem die Möglichkeit, den Virologen am HPI über die Schulter zu gucken und deren Arbeitsplatz kennen zu lernen. Mehrmals wurden die Institutsmitarbeiter von den Schülern gefragt. ob man gute Noten in der Schule braucht und welches Fach sie studiert haben, um als Wissenschaftler tätig zu sein. Gegen 14.00 Uhr ging für die jungen Besucher der ereignisreiche Girls' and Boys' Day am HPI zu Ende.