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Mit dem Mobilitätsstipendium internationale Kooperationen stärken

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Professorin Tao Deng besucht die Nachwuchsgruppe „Influenza Pathogenese“

Im Oktober 2012 hat Professorin Tao Deng, Virologin am „Institute of Pathogen Biology, Chinese Academy of Medical Sciences“ (Beijing), eine Woche das Heinrich-Pette-Institut besucht. Als Empfängerin des vom HPI vergebenen Mobilitätstipendiums für Forscherinnen und Forscher im Ausland hat Deng die Chance genutzt, sich vor Ort einen Eindruck von Forschung und Ausstattung unseres Instituts zu machen. Weiter dient das Stipendium dazu, sich international zu vernetzen und länderübergreifende Kooperationen zu stärken.

Prof. Deng, spezialisiert auf die Erforschung von Influenza-Viren, hat ihren Antrag für das Mobilitätsstipendium gemeinsam mit Dr. Gülsah Gabriel, Virologin am HPI und Leiterin der Nachwuchsgruppe „Influenza Pathogenese“, gestellt. Gabriel war bereits im März dieses Jahres während eines zweiwöchigen Forschungsaufenthalts am  Institute of Pathogen Biology in Beijing  Der wissenschaftliche Besuch von Gabriel diente der Vorbereitung potentieller deutsch-chinesischer Kooperationen und wurde durch das Sino German Science Centre, einer Kooperation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, German Research Foundation) und der National Natural Science Foundation of China (NSFC) finanziert.
„Das Institut meiner Kollegin Frau Prof. Tao Deng gehört zu den exzellenten Institutionen der Chinese Academy of Medical Science in Beijing. Ich bin davon überzeugt, dass die Förderungen von Seiten der DFG und des HPI uns helfen werden unsere wissenschaftlichen Zusammenarbeiten weiterhin zu intensivieren und zu stärken“, erinnert sich Gabriel.
Im Gegenzug und zu dem Zweck die Ressourcen anderer Institute kennen zu lernen sowie in späteren gemeinsamen Projekte auch nutzen zu können, hat Prof. Deng das Heinrich-Pette-Institut und Gabriels Nachwuchsgruppe „Influenza Pathogenese“ besucht . Während ihres Aufenthalts am HPI hat sich die Professorin für Molekulare Virologie mit Gabriel über Forschungsergebnisse und neueste Methoden ausgetauscht sowie über Parallelen und Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Influenza-Forschung besprochen. Weiter hat Deng der  Nachwuchsgruppe bei ihrer Arbeit in den Laboren über die Schulter geschaut und mit den jungen Virologinnen und Virologen deren Forschungsansätze und Ergebnisse diskutiert.
Prof. Deng ist besonders begeistert von der Ausstattung des HPI: „Ich bin beeindruckt von den Laboren der Sicherheitsstufe S3 und der Tierhaltung.“. Da das Institut von Deng keine S3-Labore besitzt, bietet die Infrastruktur des HPI eine hervorragende Basis für weitere Zusammenarbeiten.
Zum Abschluss ihres einwöchigen Aufenthalts hat Prof. Tao Deng am 9. Oktober einen Vortrag zum Thema „Fragile X mental retardation protein stimulates ribonucleoprotein assembly of influenza A virus“ gehalten und somit weitere Forschungsansätze zu Zusammenarbeiten geliefert.

Über Prof. Tao Deng

Tao Deng hat an der „Lanzhou University“ in China ihren Bachelor in Biologie gemacht. Anschließend machte sie ihren Master in Virologie in Peking. Mit einem Forschungsstipendium ging sie an die Sir William Dunn School of Pathology der Universität Oxford Ihr Aufenthalt war vorerst nur für ein Jahr vorgesehen, doch Oxford gefiel ihr so gut dass sie blieb und dort ihre Doktorarbeit zum Thema „Structural and functional study of influenza A-virus polymerase“ verfasste. Im Anschluss war sie in Oxford zwei Jahre als PostDoc tätig und lernte dort ihre Kollegin Gülsah Gabriel kennen. Für knapp ein Jahr arbeitete Tao Deng am renommierten „National Institute for Biological Standards and Control (NIBSC)“ (U.K.), bevor sie zurück nach China ging. Seit Oktober ist sie am „Institute of Pathogen Biology, Chinese Academy of Medical Sciences“ Professorin für Molekulare Virologie.

Über die Mobilitätsstipendien am HPI

Das HPI unterstützt junge Forscherinnen und Forscher mit dem Mobilitätsprogramm. Doktorandinnen und Doktoranden des HPI können sich auf ein Reisestipendium von bis zu 5.000 Euro bewerben, um einen längeren Aufenthalt in einem ausländischen Labor finanzieren zu können. Das HPI profitiert dabei nachhaltig von den dort erlernten Techniken. Ein weiteres Ziel des Mobilitätsprogramms ist, jungen Forscherinnen und Forschern aus dem Ausland die Möglichkeit zu geben, für begrenzte Zeit am HPI zu arbeiten. In der Regel vergibt das HPI jährlich drei Mobilitätsstipendien.  Zwei der Reisestipendien werden intern am Institut vergeben und das dritte Mobilitätsstipendium stellt das HPI für junge Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland zur Verfügung, um an unserem Institut Forschungserfahrung sammeln zu können.