Aus der Leber stammende Zelle exprimiert grün und rot fluoreszierende Proteine, die mit Lipidtröpfchen assoziiert sind (Gegenfärbung in blau). © Gabrielle Vieyres, Twincore

Zellbiologie der RNA-Viren

Plus-Strang-RNA-Viren umfassen eine Reihe von unbehüllten und umhüllten Viren. Sie sind für eine Vielzahl von Krankheiten beim Menschen verantwortlich, die von akuten Infektionen wie hämorrhagischem Fiebern (z.B. Dengue-Virus) bis hin zu chronischen lebenslangen Infektionen und Krebs (z.B. Hepatitis-C-Virus) reichen. Diese Viren haben jedoch nur ein kleines Genom und kodieren oft nicht mehr als ein Dutzend Proteine. Um die Virusvermehrung aufrechtzuerhalten, baut diese begrenzte Menge an viralen Faktoren ein hochkomplexes Interaktionsnetzwerk mit der Wirtszelle auf. So können sie relevante Zellressourcen nutzen und gleichzeitig die Barrieren des Wirts für eine Infektion überwinden.

Die Nachwuchsgruppe Zellbiologie der RNA-Viren unter der Leitung von Dr. Gabrielle Vieyres hat sich zum Ziel gesetzt, die Wechselwirkungen zwischen RNA-Viren und ihrer Wirtszelle besser zu verstehen. Als Teil des Leibniz-WissenschaftsCampus InterACt interessiert sich die Gruppe insbesondere für die Funktion der Zellkompartimente, welche von Viren zur Erfüllung ihres Replikationszyklus induziert oder genutzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit befasst sich mit der Kompartimentalisierung der angeborenen Immunantwort auf Virusinfektionen.

Hauptziele sind die Charakterisierung zellulärer Wege und Kompartimente, welche von RNA-Viren genutzt werden sowie die Untersuchung ihres Potenzials als therapeutische Angriffspunkte. Zudem soll mit Hilfe von Viren als "Werkzeuge" die komplexe Biologie der Zelle bei Gesundheit und Krankheit aufgeschlüsselt werden.