News

HPI-Stipendien machen mobil

Friday, 06. August 2010

Sie stehen noch am Anfang ihrer wissenschaftlichen Arbeit, sie forschen am HPI oder in internationalen Labors, sie sind gespannt auf neue Methoden und Untersuchungsmodelle in ausländischen Instituten. Mit Hilfe des HPI-Mobilitätsstipendiums können sie wertvolle wissenschaftliche Erfahrungen bei internationalen Partnern sammeln. Auch in diesem Jahr vergab das HPI wieder drei begehrte Stipendien an Studentinnen und Studenten der Lebenswissenschaften.

Die Nachwuchsförderung sei am HPI fest verankert, betont der wissenschaftliche Direktor Thomas Dobner: „Bereits in jungen Jahren mehrere Monate bei einem internationalen Projektpartner forschen zu können – das sind stimulierende Erfahrungen, die prägen und lange nachwirken. Dabei denken wir nicht nur an unsern eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs, sondern wir möchten gerade auch jungen engagierten Menschen aus dem internationalen Ausland einen Forschungsaufenthalt am HPI ermöglichen.“

Aktuell sind Studenten aus den USA und aus Brasilien zu Gast am Heinrich-Pette-Institut. Alexander B. Stone studiert am Amherst College in den Vereinigten Staaten. Er untersucht bei Joachim Hauber am HPI, wie verträglich verschiedene Konstrukte Lenti-viraler Vektoren für transduzierte T-Zellen sind. „Super Stimmung, nette Kollegen und eine sehr hilfsbereite Athmosphäre im Labor…“, Alexander Stone ist beeindruckt, wie eng und kooperativ im HPI-Labor an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet wird - das habe er so noch nie erlebt. Nach drei Monaten ist sein Aufenthalt in Hamburg demnächst zu Ende. Er werde viele positive Erinnerungen mit zurücknehmen, von der grünen Stadt Hamburg, Rudern auf der Alster, Public Viewing während der WM und der lockeren, freundlichen Lebensart.

Der brasilianische Student Marcos Vinicius Pereira Gondim beginnt gerade erst mit seinen Studien am HPI. Er erforscht in der Nachwuchsgruppe bei Michael Schindler, welche Relevanz bestimmte zelluläre Proteine bei der Unterdrückung von CD4 durch das HIV-Nef Protein haben. „Dafür erlerne ich am HPI zum Beispiel die FRET-Methode“, so Gondim. Der Student der „University of Brasilia“ fertigt am dortigen Health Institute seine Masterarbeit an und wird seinen 6-monatigen Forschungsaufenthalt am HPI für wichtige Fragestellungen seiner Arbeit nutzen.

Melanie Schmid erhielt in diesem Jahr das dritte Mobilitätsstipendium. Sie arbeitet in der Abteilung für Molekulare Virologie bei Thomas Dobner an ihrer Doktorarbeit und erlernt während ihres Forschungsaufenthalts an der „Universidad Autónoma del Estado de Morelos“ in Mexiko neue Methoden und Versuchsansätze. „Die Gruppe um Ramon Gonzales forscht so wie wir an Transportprozessen in Adenovirus-infizierten Zellen. Besonders wertvoll sind für mich neue Methoden, um die Organisation und den Aufbau der zellulären Replikationszentren genauer zu untersuchen“, fasst Melanie Schmid ihr Ziel für die nächsten drei Monate zusammen.

Drei junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und- wissenschaftler, die nicht nur mit neuen Methoden und wissenschaftlichen Erfahrungen nach Hause zurückkehren werden, sondern auch in fremde Kulturen und Lebensbedingungen hereinschnuppern konnten – so werden Brücken geschlagen.

Zum HPI-Mobilitätsstipendium:
Als ein Bestandteil der Nachwuchsförderung vergibt das HPI jährlich drei Mobiltitätsstipendien in Höhe von ca. 5000 Euro. Diese Stipendien stehen sowohl Bewerberinnen und Bewerbern des HPI als auch interessierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und- wissenschaftlern aus dem Ausland zur Verfügung. Studentinnen und Studenten wenden sich an einen der Abteilungs- oder Forschungsgruppenleiter des HPI. In einem 1-2 seitigen formlosen Antrag sollte das Projekt unter Angabe des Zweckes, des Kooperationspartners und des deutlichen Bezugs zum Forschungsauftrag des HPI dargestellt werden. Ausgehend von der Bewertung des Projektes durch die Abteilungs- und Forschungsgruppenleiter entscheidet der HPI-Vorstand über die Vergabe der Stipendien. Die Bewerbungsfrist für Mobilitätsstipendien 2011 ist 28. Februar 2011. Nähere Auskünfte erteilt Dr. Nicole Nolting, Vorstandsreferentin des HPI.